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Sarrazin macht Schule

 

Schon einmal hat eine Senatsverwaltung (für Finanzen) versucht, eine unzureichende Minimalausstattung als ausreichend der Öffentlichkeit zu verkaufen.

 

Nun versucht die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung – vielleicht ein bisschen geschickter – ein ähnliches Täuschungsmanöver.

Einen mit den internen Notwendigkeiten nicht Vertrauten kann man vielleicht durch geschickte statistische Darstellung täuschen.

Die Ermittlung der tatsächlich notwendigen Personalausstattung einer Schule ist nicht auf Anhieb nachvollziehbar. Sogar manche Schulleiter können die Berechnung der Senats-verwaltung nicht auf Anhieb nachvollziehen.

 

So fehlen insgesamt an den Berliner Gymnasien tatsächlich fast 200 Lehrkräfte. Durch die Darstellung eines sarrazinschen Minimalprogramms  (Pflichtbereich = so genannter Bedarf nach Stundentafel) und der Veröffentlichung entsprechender reduzierter Daten versucht man, der Öffentlichkeit eine ausreichende Personalausstattung zu suggerieren.



Wer die statistischen Daten sorgfältig auswertet, stellt fest:



1.                  45 von 85 Gymnasien sind allein im Pflichtbereich mangelhaft (also unter 100%) versorgt. Von den 45 Gymnasien fehlen an 23 Schulen mehr als eine Lehrkraft.
An einer Schule sind es fast 5 Lehrkräfte.
Dass im Berliner Durchschnitt im Pflichtbereich eine ausreichende Versorgung vorliegt, bedeutet nicht, dass viele Berliner Gymnasien ausreichend versorgt sind.



2.                  Setzt man den tatsächlichen Bedarf zugrunde, fehlen fast 5000 Lehrerwochenstunden. Das sind umgerechnet 200 vollzeitbeschäftigte Lehrer(innen) (sogenannte VZE = Vollzeiteinheiten).

 

Die Arbeitskraft der Berliner Lehrerinnen und Lehrer ist über Gebühr beansprucht. Angesichts der katastrophalen Personalpolitik wandern junge Lehrerinnen und Lehrer in andere Bundesländer aus. Die Schulen „kämpfen“ schon um die noch verbleibenden Lehrkräfte und werben sich gegenseitig die Bewerber ab.



Eine ausreichende Personalausstattung ist nicht in Sicht.

 

Allein die mangelhafte Personalausstattung wird jede Bildungsoffensive scheitern lassen.

Mehr Gymnasium – jetzt!

Der Philologenverband Berlin/Brandenburg fordert den Schulsenator des Landes Berlin auf, die Zahl grundständiger Gymnasien in Berlin zu erhöhen.

„Es gibt sehr gute Gründe, die für das Gymnasium ab der fünften Klasse sprechen. Wir Philologen wünschen uns von Herrn Zöllner mehr Mut, diese anzuerkennen.“, so  die Verbandsvorsitzende Wiencek.

Aktuelle Untersuchungen belegen, dass sich die Berliner Eltern mehr grundständige Gymnasien wünschen. Dieser Elternwille wurde bisher weitgehend ignoriert. Privatschulen nutzen diese Lücke und bieten das, was die Schulpolitik den öffentlichen Schulen verweigert.

Auch kann ein Gymnasium ab Klasse 5 den Lernstoff, der durch die Schulzeitverkürzung  komprimiert werden muss, besser auf acht Jahre verteilen.

Wenn es im Bereich des Sports selbstverständliche Praxis ist,  Leistungszentren einzurichten, dann muss dasselbe auch den Schülern ermöglicht werden, die in der Lage sind, ein höheres Lerntempo zu entwickeln.

Kathrin Wiencek erteilt Forderungen nach einer fortschreitenden „Entschlackung der Lehrpläne“ eine Absage. „Ein Schmalspurabitur kann nicht das Ziel des Gymnasiums sein. Wer für den Standort Deutschland  hoch qualifizierten Nachwuchs in ausreichender Zahl fordert, muss diesen Nachwuchs so früh wie möglich fördern.  Und dazu ist das Gymnasium die am besten geeignete Schulform. Das Ziel muss lauten:

Fördern und fordern – am Gymnasium ab Klasse 5!

 

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Senator Zöllner,
das Schuljahr hat begonnen und die „Agenda 08/09“ liegt noch vor uns allen.

Ich wünsche Ihnen Durchhaltevermögen und Unterstützung aus den eigenen Reihen, um das, was Sie als richtig erkannt haben, umsetzen zu können.

Sie haben in Interviews in jüngster Zeit deutlich gemacht, dass es auch Ihrer Ansicht nach gute Gründe gibt, zur Verbeamtung von Lehrkräften zurückzukehren. Berlin wird den Wettbewerb um die besten Lehrerpersönlichkeiten verlieren, wenn andere Bundesländer den Absolventen unbestreitbar bessere Konditionen bieten.

Ich bitte Sie dringend, im Zuge Ihrer geplanten Reformen sich für die Verbeamtung von Lehrern stark zu machen.

Dagegen will Ihr Koalitionspartner  aus durchsichtigen ideologischen Gründen die Gymnasien vernichten. Dies zeigt nicht zuletzt die Kritik an Ihrem Reformansatz, der die Gymnasien als eigene Schulform unangetastet lässt.

Die klare Mehrheit der Eltern steht aber geschlossen hinter dem Gymnasium! Und das aus gutem Grund, denn die Gymnasien führen die Schüler effizient und konsequent zum Studium.

In Zeiten, in denen die OECD Alarm schlägt, weil es in Deutschland rückläufige Studentenzahlen gibt, müssen die Gymnasien erst recht gestärkt werden. Nur Schüler, die sich von der Schule gut vorbereitet fühlen, trauen sich auch ein Studium zu.

Ich fordere Sie daher auch auf, das System der Personalkostenbudgetierung aufzugeben und die Schulen wieder angemessen mit Personal auszustatten.

Sie wissen, dass das gegenwärtige System absurde Folgen hat: Schulleiter werden genötigt, auf dem weitgehend leergefegten Lehrerarbeitsmarkt geeignete Kandidaten zu finden. Sie betreiben einen unangemessen hohen Arbeitsaufwand, bieten aber nur unattraktive, befristete Verträge und jagen sich dabei auch noch  gegenseitig die wenigen geeigneten Lehrkräfte ab. Das Schulprofil, eine verlässliche Planung und auch die Fürsorge für die Kollegen, die über lange Zeit Mehrarbeit leisten, spielen keine Rolle! – Ob es dem Finanzsenator passt oder nicht, die Berliner Schule braucht deutlich mehr Neueinstellungen, und das so schnell wie möglich!

 

Um sich auf ihre eigentliche Aufgabe – guten Unterricht anzubieten – konzentrieren zu können, brauchen Schulen ein Mindestmaß an Planungssicherheit, und das natürlich vor den Sommerferien. Wenn es drei Anmeldetermine gibt, wenn kurzfristig ganze Klassen hin- und her geschoben werden, dann lässt sich Schule nicht mehr organisieren, die Arbeitskraft ganzer Schulleitungsteams  wird sinnlos vergeudet.

 

Agendum est  – es gilt zu handeln. Ich biete Ihnen dabei die Hilfe unseres Verbandes an.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

gez. Kathrin Wiencek

Offener Brief

 

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Platzeck,

 

in Ihren Reden betonen Sie immer wieder, dass die Bildung einen hohen Stellenwert genießt und wie wichtig sie für die Zukunft unserer Gesellschaft ist.

 

Leider folgen Ihren Reden nicht die richtigen Taten!

 

Das Bildungsministerium gibt dem Spardruck aus dem Finanzministerium nach und streicht in der eigenmächtigen und nicht mit den Gewerkschaften und Verbänden abgestimmten Fortschreibung des Schulressourcenkonzeptes 1000 Lehrerstellen aus dem System.

 

Dies bedeutet, dass, anstatt bei sinkenden Schülerzahlen eine echte Bildungsoffensive zu starten, auf 26000 bis 28000 Unterrichtsstunden verzichtet wird, die in Form von spezifischer Förderung, Teilungsunterricht, Arbeitsgemeinschaften etc. den Schülern zugute kommen könnten. Und das geschieht, obwohl auch in Brandenburg gerade in vielen weiterführenden Schulen die Lehrer vor Klassen mit 30 Schülern stehen.

 

Die Streichung der 1000 Stellen stellte das Bildungsministerium allerdings vor ein großes Problem!

Seit Jahren war bekannt, dass die teilzeitverbeamteten Lehrer ab 1.8.2008 in Vollzeit arbeiten würden. Für die angestellten Lehrkräfte gilt ab selbigem Datum der Sozialtarifvertrag, der ihr Unterrichtsvolumen auf 75% absenkt und Kündigungen ausschließt.

Da man aber das Verhältnis der Beamten zu den Angestellten zugunsten der Beamten verschoben hatte (Beamte sind nämlich, solange sie arbeiten, billiger für das Land), gingen alte Berechnungen nicht mehr auf.

Man wäre nicht in der Lage, 1000 Stellen zu streichen, sollten die Beamten nicht „freiwillig“ mitspielen. Dass diese Lehrkräfte nach 10 Jahren in Teilzeit dazu bereit sein würden, war unwahrscheinlich.

 

                                                                                                                                          - 2 -

 

 

Daher kam man auf die Idee, in den Bereichen mit den rechnerisch größten Überhängen (Cottbus und Frankfurt/Oder) den Beamten die Versetzung in den Schulamtsbereich Brandenburg/Havel anzukündigen, wenn sie nicht freiwillig auf Stunden verzichteten.

Dabei wurde das mit dem Versetzungsverfahren verbundene Prozedere so weit ausgedehnt, dass die Kollegen, die zunächst nicht „freiwillig“ absenken wollten, massiv unter Druck gesetzt werden konnten, sodass diese dann doch noch nachgaben.

Dies hat zur Folge, dass bis heute das Verfahren nicht endgültig abgeschlossen ist und im Schulamt Brandenburg/Havel permanent die Planungen von Schulen geändert werden müssen.

Dazu kommt das Problem der Kompatibilität! Das Schulamt Brandenburg/Havel benötigt vor allem Grundschullehrer. Überwiegend von Versetzung betroffen sind jedoch Gymnasiallehrer.

Dies hat den Effekt, dass aus den Schulen in Brandenburg Kollegen, die seit Jahren erfolgreich in der Abiturstufe arbeiten, aber aufgrund ihrer DDR-Abschlüsse nicht als „richtige“ Gymnasiallehrer bezahlt werden, aus diesen Schulen verdrängt werden und nun zum großen Teil in Grundschulen arbeiten und nicht selten in Fächern, für die sie nicht ausgebildet sind.

Ich glaube kaum, dass dies dem Niveau der Brandenburger Bildung zugute kommt.

Von moralischen Aspekten im Umgang mit den Kollegen will ich gar nicht erst reden.

Der Lehrerberuf ist eben nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Gute Bildung für unsere Kinder ermöglichen, heißt aller Zukunftschancen wahren.

 

 

Herr Ministerpräsident,

 

Sie tragen für die Politik dieses Landes die Verantwortung. Stellen Sie sich dieser Verantwortung auch im Bildungsbereich!

Lassen Sie Ihren Reden endlich Taten folgen!

Und denken Sie bitte daran, dass Ihre Bürger in diesem Land auch  Steuern zahlen, damit ihre Kinder eine optimale schulische Ausbildung erhalten und nicht nur für die Konsolidierung des Haushaltes!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

gez. Kathrin Wiencek

 

 

 

 

 

Fortbildung ist kein Ersatz

für eine solide Ausbildung

 

 

Das Ergebnis der bisherigen Schulinspektionen in Berlin ist,

dass 20 Prozent der Schulen erhebliche Qualitätsdefizite aufweisen.

 

Für Kathrin Wiencek, Vorsitzende des Philologenverbandes Berlin/Brandenburg, genügt es nicht, ein größeres Fortbildungsangebot zu fordern: „Die Konsequenz muss vor allem lauten:

 

Referendare müssen viel sorgfältiger

auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet werden.

 

 

Der PhV B/B fordert daher:

 Die Wiedereinführung regulärer und obligatorischer Schulrechtskurse.

Seminarleiter können nicht nebenbei Schulrecht vermitteln, während gleichzeitig Lehrer mit immer mehr Widerspruchsverfahren konfrontiert werden.

2.    Eine Verringerung der Stundenzahl, die die Referendare eigenverantwortlich unterrichten müssen.  Referendare müssen wieder mehr Zeit haben, Erfahrungen zu verarbeiten und Beratungsgespräche führen zu können.

3.    Referendare müssen in viel größerem Umfang in den Schuldienst übernommen werden. Wenn Kollegien kollektiv überaltern, wenn wenig Austausch mit jungen Lehrkräften stattfindet, dann ist die Bereitschaft der Lehrer, sich auf Neues einzulassen, gering ausgeprägt.

MSA = Abschluss mittlerer Sicherheit ?

 

 

„Für den Mittleren Schulabschluss in Berlin müssen dieselben Sicherheitsstandards gelten wie für zentrale Abiturprüfungen. Das ist die Lehre, die die Senatsschulverwaltung aus dem organisierten Betrug bei den Mathematikprüfungen ziehen muss.“ Für Kathrin Wiencek, Vorsitzende des Philologenverbandes Berlin/Brandenburg, ist es ein Fehler, die Aufgabenbündel bereits mehrere Tage vor dem Prüfungstermin den Schulleitern auszuhändigen.

„Die Verlockung – für wen und aus welchen Gründen auch immer – Einsicht in die Aufgaben zu nehmen, ist offenbar zu groß.“, so Wiencek.

 

Der Philologenverband vertritt daher eine klare Position:

 

1.      Anlieferung der Prüfungsunterlagen  erst am Prüfungstag,

2.      Öffnen und Ausgabe der Prüfungsbündel im Beisein von Zeugen

unmittelbar vor Prüfungsbeginn.

 

„Es kann nicht darum gehen, den MSA wieder zu kippen. Auch Schüler am Gymnasium, die nach  der 10. Klasse die Schule verlassen wollen, brauchen einen anerkannten Abschluss. Die Suche nach einzelnen undichten Stellen schützt nicht vor erneuten Betrugsversuchen.“, betonte die PhV – Landesvorsitzende.

 

Im Übrigen habe auch das diesjährige Prüfungsverfahren gezeigt, wie hoch die Lehrkräfte belastet sind, die beim MSA und am Abitur beteiligt sind. Zeitdruck habe immer auch individuelle Fehler und Ungleichbehandlungen zur Folge.

Der Philologenverband setzt sich deshalb nachdrücklich dafür ein, dass die Kolleginnen und Kollegen, die die MSA – Prüfungen durchführen, in dieser Zeit

von Unterrichtsverpflichtungen in angemessenem Umfang befreit werden.

 

 

Der Mittlere Schulabschluss benötigt Sorgfalt und Zeit.

Die Schulen können faire und gleiche Bedingungen nur schaffen, wenn sie die notwendigen Kapazitäten dafür erhalten.

Streikaufruf

 

                                                           

Der Deutsche Philologenverband, Landesverband Berlin/Brandenburg ruft noch einmal ausdrücklich alle angestellten Lehrerinnen und Lehrer zum Warnstreik auf!

 

 

 

Die Beamten des Landesverbandes unterstützen die Forderungen der dbb-tarifunion.

 

Die bisherige Entwicklung der Preise und Kosten der Lebenshaltung haben zu einem erheblichen realen Einkommensverlust geführt.

 

Nach Jahren der Stagnation des Einkommens im öffentlichen Dienst ist eine moderate Erhöhung der Löhne und Gehälter zwingend erforderlich.

 

Philologenverband verlangt

Entschuldigung

                                         

„Herr Sarrazin beleidigt die Schüler und äußert sich hämisch über die Arbeit vieler engagierter Lehrerinnen und Lehrer.“, kommentierte Kathrin Wiencek, die Vorsitzende des Philologenverbandes Berlin/Brandenburg, die jüngsten Äußerungen  des Finanzsenators.

 

„Wer behauptet, Berliner Schüler mit Abschluss seien weniger leistungsfähig als bayerische Schüler ohne Abschluss, gibt zugleich zu, dass die eigene Schulpolitik versagt hat.“, so Wiencek. Statt ein Flächenland mit einem Stadtstaat zu vergleichen,  solle Sarrazin erkennen, dass man städtische soziale Ungleichgewichte nicht wegdiskutieren könne. Wiencek kritisierte weiter, dass der Berliner Senat sich immer noch falsche Vorstellungen vom Unterricht in Brennpunkten mache.

Lehrer an allen Schulformen müssten immer größere Teile ihrer Arbeitszeit auf Sozialarbeit statt auf die Vermittlung von Fachwissen verwenden.

 

Der Philologenverband verlangt daher

eine öffentliche Entschuldigung des Finanzsenators

bei Schülern und Lehrern.

 

Wer hinnimmt,

 

·         dass viele Schulen nicht einmal eine Ausstattung von 100% der benötigten Lehrkräfte haben,

·         dass  für Ganztagsunterricht  keine schlüssigen Konzepte vorliegen,

·         dass Lehrer die Arbeit von Sozialtherapeuten leisten sollen, dem steht es nicht zu, sich in verächtlicher Weise über die unter diesen Bedingungen erzielten Ergebnisse zu äußern!

 

Die Berliner Schule braucht keinen Beschimpfungen durch die Politik, sie braucht solide Konzepte und eine tragfähige Finanzierung!

 

 

Schüler als Versuchskaninchen?

 

Plant die Senatsverwaltung statt solider Ausbildung

die flächendeckende Abdeckung von Unterrichtsausfall durch Referendare?

 Die geplante Dezentralisierung im Bereich der Fachseminare wird die bisherige solide Ausbildung der angehenden Lehrerinnen und Lehrer auf eine harte Probe stellen.

Aufgrund der neuen Zuständigkeit der Bezirke wäre es möglich, die Referendare in Schulen einzusetzen, die mit Unterrichtsausfall zu kämpfen haben und so ihre Lücken schließen können. Auch die geplante Erhöhung der Anzahl der sofort von den Referendaren eigenverantwortlich zu unterrichtenden Stunden zielt offensicht-lich in diese Richtung.

Indirekt gesteht die Senatsverwaltung damit ein, dass sie auch zukünftig nicht in der Lage sein wird, den Unterricht ordnungsgemäß durch ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer erteilen zu lassen.

 

Gleichzeitig besteht die Gefahr der Überforderung der noch nicht fertig ausgebildeten und oft mit nur wenig praktischen Erfahrungen in die Schule kommenden Referendare, die auch noch viel billiger als ausgebildete Lehrer sind, während die Dezentralisierung eine Ausweitung der Verwaltung und somit auch ihre Verteuerung zur Folge hat.

Die dezentrale Ausbildung dürfte auch eine ordnungsgemäße Ausbildung in Mangelfächern in Frage stellen und damit in den Bereichen der Mangelfächer zusätzlich zu Unterrichtsausfall führen.

 

Das damit einhergehende Risiko einer unzureichenden Schulbildung für unsere Schüler würde billigend in Kauf genommen.

 

Besonders beunruhigend ist dabei die Geheimniskrämerei in der Senatsverwaltung, die im Allgemeinen nichts Gutes erwarten lässt.

 

Der Deutsche Philologenverband Landesverband Berlin/Brandenburg fordert daher, die Ausbildung der Referendare nicht zum Spielball der Bildungs- und Haushaltspolitiker zu machen, sondern die Schulen endlich vernünftig mit ausgebildeten Lehrern auszustatten und die Referendare organisatorisch und inhaltlich wie bisher auszubilden.

Brandenburg verpasst Chancezur Bildungsoffensive 

 

„Bildungspolitik spielt leider nur in den Reden des

Ministerpräsidenten Matthias Platzeck  eine große Rolle“,

stellte die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes Berlin/Brandenburg, Kathrin Wiencek, fest.

„In Wirklichkeit bleibt die Bildung weiterhin

von Einsparungen nicht verschont.“

 

Die Landesregierung erwartet von den heutigen Teilzeitbeamten, die sich ab dem 01.08.2008 in einem Vollzeitbeamtenverhältnis befinden werden und den anderen Beamten – besonders im Raum Cottbus und im Raum Frankfurt/Oder –, dass sie ab dem Schuljahr 2008/09 freiwillig in Teilzeit  arbeiten, um so ca. 1000 Vollzeitlehrerstellen einzusparen.

 

Würde die Landesregierung ihrer bei der Verbeamtung der Kollegen eingegangenen Verpflichtung zur Vollbeschäftigung nachkommen, stünden also etwa 26.000 Unterrichtsstunden mehr den Brandenburger Schulen zur Verfügung.

Es bedarf keiner großen Phantasie, um zu erkennen, welche Möglichkeiten sich für zusätzlichen, vertiefenden oder fördernden Unterricht (von der stets zu niedrigen Vertretungsreserve ganz zu schweigen) daraus ergeben.

 

Es ist also völlig unverständlich, dass der  den Kollegen eigentlich vertraglich zugesicherte Beschäftigungsumfang nicht abgerufen werden soll, wenn Bildung doch  Priorität hat, wie Platzeck es immer wieder behauptet.

 

 

 

Philologenverband Berlin/Brandenburg

unterschreibt Vereinbarung in Brandenburg nicht!

 

Der Philologenverband Berlin/Brandenburg hat seinen Mitgliedern die Vereinbarung zur Verfügung gestellt.  Nach Rückmeldungen vor allem aus den besonders betroffenen Schulämtern Frankfurt und Cottbus, nach reiflicher Überlegung und in Absprache mit den Vorstands-mitgliedern und wird die Vorsitzende, Kathrin Wiencek, die Verein-barung für den Verband nicht unterschreiben.

 

 

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) in Brandenburg hat jahrelang munter in Teilzeit verbeamtet, obwohl man wusste, dass am  1. August 2008 alle Teilzeitbeamten in den Vollbeamtenstatus übergehen. Das MBJS hat damit einen Stellenüberhang selbst produziert. Außerdem ging man davon aus, dass Frauen im Durchschnitt niemals den vollen Beschäftigungsumfang abfragen (wie in den alten Bundesländern) – dies ist bei uns anders!

 

Da nun nicht genug Stellen zur Verfügung stehen, will man Kollegen nötigen, weiter – nur jetzt "freiwillig" – in Teilzeit zu bleiben. Die Drohung mit Versetzungen ist dabei ziemlich zahnlos, da es eigentlich keine aufnehmenden Schulämter gibt und außerdem die Kommunalwahlen im Herbst 2008 anstehen. Das MBJS glaubt dennoch, die Stellen durch die Verängstigung der Kollegen auf jeden Fall zu bekommen.

 


Während die Verbände und Gewerkschaften dem MBJS nun weit entgegenkamen, indem man bereit war, statt einer Ausfinanzierung der Stellen einer freiwilligen Absenkung in Cottbus um 4 Stunden und in Frankfurt um 2 Stunden zuzustimmen, legte das MBJS eine darunterbleibende Vereinbarung als letzte Variante vor.

 

 

 

Deshalb wird der Philologenverband Berlin/Brandenburg die Vereinbarung, im Gegensatz zu GEW und BPV, nicht unterschreiben!