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INFOBLATT Nr. 5/2017 BRANDENBURG

PhV fordert Fürsorge statt Disziplinierung der Kollegen!

Wenn von 30% der Schulen niemand zur Fortbildung war, hätten bei vernünftiger Fortbildung auch nicht mehr als 30% der Schulen Probleme haben dürfen.


Diese traten aber an weit aus mehr Schulen auf. Da muss man schon die Qualität der Fortbildung hinterfragen und sollte es nicht pauschal den Kollegen in die Schuhe schieben, denn obwohl die Wiederaufnahme der natürlichen Logarithmusfunktion in den Rahmenplan schon gravierend war, wurde darauf in den Fortbildungen nicht besonders verwiesen.
Dazu kommt eine mehr als unglückliche Formulierung im Rahmenplan.

Jetzt auch noch mit Maßnahmen gegen Lehrer zu drohen, die in Zukunft nicht zur Fortbildung gehen, verkennt außerdem die Belastungssituation von Lehrern und Schulen.

Tarifergebnis mit Zuschlag übernommen!

Die verbeamteten Kollegen erhalten rückwirkend zum Januar dieses Jahres 2,65 % mehr Gehalt. Zum letzten Mal werden davon 2 %
für die Versorgungsrücklage einbehalten. Am 1.1.2018 gibt es dann
nochmal 2,85 % mehr. Die Landesregierung gibt also sowohl dieses als auch nächstes Jahr jeweils einen Zuschlag von 0,5% gegenüber dem Tarifergebnis.

Der Philologenverband begrüßt das Tarifergebnis

Der  dbb beamtenbund und tarifunion hat unter Beteiligung des Deutschen Philologenverbandes  ein gutes Ergebnis in den Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) für unsere angestellten Lehrkräfte  erreicht.

Ab 1. Januar 2017 Einkommenserhöhung um 2 %
Ab 1. Januar 2018 Einkommenserhöhung um 2,35 %

und Einführung der Stufe 6 für die Entgeltgruppen ab EG 9 in zwei Schritten.
Dies bedeutet für die EG 13 (Stufe 6) ab 1.1.2018  5378,92 € und ab 1.10.2018 5458,41 €

Die Vorsitzende Kathrin Wiencek: “Der Philologenverband begrüßt das Tarifergebnis.  Unsere  jahrelangen Bemühungen um die Einführung der Erfahrungsstufe 6 sind durch den Tarifabschluss 2017 erfolgreich abgeschlossen worden. Die Einführung der Erfahrungsstufe 6 bedeutet eine  wichtige strukturelle Verbesserung beim Gehalt unserer angestellten Lehrkräfte.“

Der Philologenverband erwartet, dass der Senat von Berlin und die Landesregierung in Brandenburg jetzt zeitnah die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifkompromisses für die Beamten beschließt.

NEUE GOSTV MIT GRUNDLEGENDEN VERÄNDERUNGEN NOCH IN DIESEM JAHRZEHNT

Schon 2018 soll die Gestaltung der gymnasialen Oberstufe neu geregelt werden und die diesbezügliche Verordnung zum Schuljahr 2019/20 in Kraft treten.

Auf der Grundlage der Vereinbarung zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe (Beschluss der KMK vom 07.07.72 in der Form vom 08.12.16), der sich das Land Brandenburg angeschlossen hat, muss die Struktur der GOST erneut reformiert werden.

Im Fokus steht die Struktur der Sekundarstufe II, die bundesweit über zwei bis vier Kurse auf erhöhtem Niveau mit mindestens vierstündigem Unterricht verfügen soll. Dem genügt der Aufbau der GOST in Brandenburg mit seinen fünf Kursen auf erhöhtem Niveau nicht mehr. Auch wenn es für die Einführung dieses Systems gute Gründe gab, wie die Erhaltung eines angemessenen Kursangebots an Einrichtungen mit geringerer Schülerzahl, die Stärkung der Ausbildung in den sogenannten Hauptfächern oder die Absicherung des Unterrichts durch eine hinreichende Anzahl von Kollegen/innen, ist eine Neuordnung nunmehr erforderlich.

Die Vereinheitlichung der gymnasialen Oberstufe in Berlin und Brandenburg ist dabei vielen Beteiligten wichtig, um die Vergleichbarkeit der Bildungsprozesse und Abschlüsse zu stützen. Zudem wurde in den letzten Jahren oft die Befürchtung vorgebracht, Brandenburger Schüler/innen wären in Fächern wie Mathematik durch den unterschiedlichen Umfang des Unterrichts bei gleicher Prüfung benachteiligt. Auch wenn die Ergebnisse der Abiturprüfungen diesen Eindruck nicht untermauern, wird eine Synchronisierung der Strukturen immer wieder gefordert.

Bei Bestrebungen zur Förderung der Wahlfreiheit der Abiturienten und zur Erhöhung des Unterrichtsumfangs in einzelnen Fächern ist zu beachten, dass dabei Kürzungen in anderen Fachbereichen sorgsam und kritisch zu prüfen sind. Das gilt sowohl für die Naturwissenschaften als auch für die zweite Fremdsprache. Dem Leben und Arbeiten in Zeiten der Globalisierung und der interkulturellen Zusammenarbeit ist durch das Erlernen der zweiten Fremdsprache eigentlich genauso Rechnung zu tragen wie der Tatsache, dass die Studiengänge der Natur- und Ingenieurswissenschaften ständig schlecht angewählt werden.

Grundsätzlich ist der Kerngedanke, die Vergleichbarkeit des Abiturs in der Bundesrepublik zu stärken, absolut nachvollziehbar. Die Bemühungen sollten dann jedoch nicht nur auf die Region Berlin / Brandenburg gerichtet sein, sondern - etwa hinsichtlich der Anzahl der Abiturprüfungen – bundesweit erfolgen. Die Verwendung eines gemeinsamen Aufgabenpools angemessenen Umfangs ist dabei ein wichtiger Schritt.

Letztlich ist neben der Implementierung des neuen Rahmenlehrplans mit der Neugestaltung der GOST ein weiteres Feld erheblichen Organisations- wie Handlungsbedarfs geschaffen worden, das für die Kolleginnen und Kollegen wiederum eine Herkules-Aufgabe bereithält und dem Anspruch Genüge tun muss, langfristig zu überzeugen.


GEWALT GEGEN LEHRKRÄFTE

Auf Einladung des MBJS trafen sich Verbandsvertreter der Lehrerschaft  am 6. Januar mit dem Staatssekretär des MBJS zum Thema „Gewalt gegen Lehrkräfte“.

Die Teilnehmer des Treffens waren sich einig, dass der Gewalt gegen Lehrkräfte durch Schüler und Eltern wirksam begegnet werden muss. Dies ist ein gesamtgesellschaftliches Thema. Die Verrohung der Sprache und das zunehmende Nichtanerkennen von Autoritäten machen auch vor unseren Schulen nicht halt. Gemeinsam müssen Lösungen gefunden werden.

Kathrin Wiencek, Vorsitzende des Philologenverbandes, betonte  „…dass die Unterstützungssysteme für die Schulen verbessert und ausgebaut werden müssen. Denkbar wäre auch eine Hotline für die juristische Beratung, damit Fehler beim Ahnden der Gewalt vermieden werden.“

Angeregt wurde, Gewalt gegen Lehrkräfte bereits in der Lehrerausbildung stärker zu thematisieren. Eine Erweiterung der Fortbildungsangebote für Lehrkräfte in Rechtsfragen ist dringend geboten, die Unterstützung durch die Rechtsstellen der Schulämter muss ausgebaut werden. Das Ministerium wird das Informationsmaterial für Schulen überarbeiten und in größerer Menge zur Verfügung stellen. Die Zusammenarbeit von Jugendämtern, Schulämtern und Schulen muss vertieft werden. In den Schulen sollen die Rollen der Schulpsychologen und Sozialarbeiter gestärkt werden. Erforderlich ist es, die Zusammenarbeit mit der Polizei zu intensivieren. Das Ministerium soll als Dienstleister für Schulen und Schulämtern in Fragen der Gewaltprävention und Gewaltbekämpfung agieren. Zudem soll die Gesundheitsvorsorge sowie die psychologische Betreuung für Lehrkräfte verbessert werden.

Der Philologenverband wird sich bei seinem nächsten Treffen mit dem Bildungsministerium zu diesem Thema im Juni 2017 die Umsetzung dieser Maßnahmen sehr genau erläutern lassen. Gern können Sie sich mit Hinweisen zum Thema an uns wenden.

Hintergrundinformation:

Im Rahmen der Forsa-Untersuchung 2016 zur Gewalt gegen Lehrkräfte wurden bundesweit insgesamt 1.951 Lehrer an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland befragt.

59 Prozent der befragten Lehrer gehen davon aus, dass Gewalt an Schulen in den letzten fünf Jahren zugenommen hat.
36 Prozent der Lehrer sehen bundesweit keine größeren Veränderungen.

23 Prozent der Lehrer im Bundesgebiet geben an, dass sie selbst an ihrer Schule schon einmal Ziel von Beschimpfungen, Diffamierungen, Mobbing, Drohungen oder Belästigungen waren.

Mobbing im Internet und psychische Gewalt durch Eltern nehmen zu.

42 Prozent der Lehrkräfte fordern mehr Fortbildungen zum Thema. 45 Prozent glauben, dass sich die Schulverwaltung beim Thema „Gewalt gegen Lehrkräfte“ mehr engagieren müsste, 18 Prozent erwarten diesbezüglich ein stärkeres Engagement ihrer Schulleitung.